Sechs Seiten eines außergewöhnlichen Würfels
AM-PACK vereint sechs Facetten des Produktentstehungsprozesses, kurz PEP genannt, in einer einzigen, integrierten und ausgeklügelten Plattform für dessen Abwicklung.

Anforderungs- und Übereinstimmung-Management
Angebotsprozess oder Systementwicklungsprozess
- Importiere und analysiere Stakeholder-Anforderungen, d.h. die Anforderungen des Kunden oder des Produktmanagements sowie die Anforderungen aus allen anderen relevanten Dokumenten wie Normen, Gesetzen, Vorschriften, Schnittstellenspezifikationen und Ähnlichem, verhandle online oder durch Dateiaustausch und erziele schließlich eine einvernehmliche, wirtschaftlich verbindliche Anforderungsbasis.
- Leite die Systemanforderungen ab, stelle sicher, dass die Systemanforderungen den Anforderungen der Stakeholder entsprechen, und verwende die Systemanforderungen als Grundlage für das verbindliche Angebot..
Anforderungsverfeinerungsprozess
- Brich die Systemanforderungen von der Systemebene über die Modul-, Gruppen- und Blockebene bis hin zur Ebene der Einzelteile bzw. Softwareeinheiten hinunter.
- Eränze, wenn gewünscht, das Hinunterbrechen auf jeder Ebene durch einen Architekturentwurf.
- Leite Ausschreibungsanforderungen für Zukaufteile ab, passe eingehende Angebote für Zukaufteile an und bewerte die Angebote.

Konzeptionierungs-Management
Die Prozesse entlang des linken Flügels der Entwicklungs-V können nach zwei sehr unterschiedlichen Methoden ausgeführt werden, entweder anforderungsorientiert oder funktionsorientiert.
AM-PACK unterstützt beide methodischen Ansätze.
- Der traditionelle, anforderungsorientierte Ansatz befasst sich abwechselnd und immer detaillierter mit Anforderungen und Architekturen, von der Systemebene bis hinunter zur Ebene der Einzelteile bzw. Softwareeinheiten.
- Der zeitgemäße, funktionsorientierte Ansatz ist allgemein als MBE, Model-Based Engineering, bekannt. Er konzentriert sich auf Funktionen, Schnittstellen und Eigenschaften und beginnt oberhalb der Systemebene im Umgebungssystem. Sein Vorteil gegenüber dem anforderungsorientierten Ansatz besteht darin, dass das zu entwickelnde Produkt und, wenn es zerlegt wird, seine Komponenten an sich beschrieben werden und nicht aus einer externen Perspektive durch Anforderungen. Dies bildet wiederum die Grundlage für Animation und Simulation, die schnelles und kostengünstiges Verstehen ermöglichen.

Verifikations- und Validierungs-Management
Einer der grundlegenden Gedanken der Qualitätssicherung in der Produktentwicklung besteht darin, entlang der rechten Seite des Entwicklungs-V von unten nach oben zu testen, entsprechend dem konzeptuelle Hinunterbrechen entlang der linken Seite des V
- Wenn das konzeptuelle Hinunterbrechen dem anforderungsorientierten Ansatz folgt, beschränkt sich das Testen auf das Verifizieren einzelner Teile oder Softwareeinheiten, dann der Integration von Komponenten und von Komponenten als Einheiten und schließlich des Systems als Ganzes.
- Wenn das konzeptuelle Hinunterbrechen dem funktionsorientierten Ansatz folgt, erstreckt sich das Testen bis hinauf zur Validierung des Systems in seiner Umgebung. Außerdem sind DFMEA (Design Failure Mode and Effect Analysis), FTA (Fault Tree Analysis) und CPA (Critical Path Analysis) in AM-PACK integriert, so dass Risiken in der Konzeptionierung frühzeitig erkannt und minimiert werden können.
In allen Branchen mit hohem Gefahrenpotenzial wird großer Wert darauf gelegt, dass die Prozesse des konzeptuellen Hinunterbrechens und der entsprechenden Verifizierung und Validierung systematisch geplant werden und zu standardisierten Berichten führen. AM-PACK erfüllt diese Erwartungen mit einem vollständig implementierten DVP&R-Framework (Design Verification Plan and Report).

Konzeptionsstücklisten- und Erprobungsstücklisten-Management
In der Materialwirtschaft aller Fertigungsindustrien werden Stücklisten (BOMs) als Hilfsmittel verwendet, um die Komponenten und die jeweils benötigten Mengen für die Herstellung eines Endprodukts aufzulisten. Der gleiche Bedarf besteht auch im Musterbau, allerdings unterscheiden sich die Stücklisten von Musterphase zu Musterphase. In der Konzeptionsphase eines Produkts entstehen aus der Betrachtung verschiedener Konzeptionen für ein und dasselbe Endprodukt unterschiedliche Stücklisten, die häufigen Änderungen unterliegen und erst im Laufe der Zeit vollständig und stabil werden. Um zwischen den drei Arten von Stücklisten zu unterscheiden, wurden die folgenden Begriffe geprägt: M-BOM (Fertigungsstückliste), E-BOM (Erprobungsstückliste) und C-BOM (Konzeptionsstückliste).
AM-PACK bietet ausgefeilte Funktionen für die Modellierung und Pflege von C-BOMs und E-BOMs. C-BOMs bilden das Rückgrat des konzeptuellen Hinunterbrechens, während E-BOMs das Rückgrat der Musterplanung, -herstellung und -verifikation bilden. E-BOMs können als Bindeglieder für den Datenaustausch zwischen verschiedenen Plattformen wie Polarion und Teamcenter dienen.

Produktlinien-Management
Eine Produktlinie kann als eine Gruppe von Produkten betrachtet werden, die Varianten eines imaginären Produkts sind, wobei
- das imaginäre Produkt in der Vorstellung des Endverbrauchers real ist, gleichbedeutend mit all seinen möglichen Varianten ist und durch einen Namen gekennzeichnet ist, nämlich den Namen der Produktlinie, wie beispielsweise BMW 5 oder Apple iPhone, und
- die Varianten sich in substitutiven und additiven Merkmalen wie Funktion, Leistung und begeisternden Eigenschaften unterscheiden, ohne den Gesamteindruck des einen, imaginären Produkts zu beeinträchtigen.
Einer der kostenrelevantesten Aspekte bei der Entwicklung und Pflege einer Produktlinie ist die Frage, wie gut sie mit möglichst wenigen unterschiedlichen Komponenten beherrscht werden kann, mit anderen Worten, inwieweit die Anzahl der mehrfach verwendbaren Teile maximiert werden kann.
Diese Konzeption ist vollständig in AM-PACK integriert und wird lückenlos und durchdacht unterstützt.

Projekt- und Problem-Management
Einer der Erfolgsfaktoren von Entwicklungsprojekten ist die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten, bestehend aus allen internen Stakeholdern sowie externen Personen wie Kunden, Lieferanten, Experten und Testern. Neben den sogenannten weichen Faktoren spielt die Leistungsfähigkeit der eingesetzten Tools eine entscheidende Rolle. Verschiedene Arten von Problemen, wie Fehler, Änderungswünsche, Verbesserungsvorschläge und Beschwerden, müssen für alle erfassbar und nachverfolgbar sein und gleichzeitig von den zuständigen Bearbeitern verwaltet, bewertet und gelöst werden. Schließlich muss es möglich sein, die Probleme in Aufgaben hinunterzubrechen, deren Erledigung nach Projektmanagement-Verständnis zu organisieren und sie wirtschaftlich abzuwickeln.
Auch diese Konzeption ist vollständig in AM-PACK integriert und wird lückenlos und durchdacht unterstützt..